Studenten Lab – Wie aus einem Impuls mehr als ein Projekt wurde

Anfang des Jahres haben wir uns als twowayys dazu entschlossen, eine neue Werkstudenten-Stelle zu veröffentlichen. Die Resonanz war großartig. Uns erreichten zahlreiche tolle Bewerbungen, wodurch bei uns im Team eine Frage aufkam: wie wollen wir damit umgehen?

Dass wir nicht jeden an Bord nehmen können, ist klar. Einfach Absagen rausschicken, konnte jedoch auch nicht die Lösung sein. Was wir brauchten war ein neues Format: ein freiwilliges Projekt, an dem wir gemeinsam arbeiten können. Denn was können wir anbieten, auch wenn es kein Job ist? Wie konnten wir einen Kontakt aufbauen in dieser speziellen Situation, in der klassisches Onboarding ohnehin kaum möglich war (und ist)? Wie können wir junge Studenten auf Jobsuche dabei unterstützen, eine coronageprägte Zeit der Leere mit Sinnhaftigkeit zu füllen?

Es ist die Möglichkeit, theoretische Kenntnisse ganz unverbindlich in praktische Erfahrungen umzuwandeln. Warum nicht gemeinsam ein Arbeitsthema finden, an dem alle Spaß haben, um nebenher noch einen ganz konkreten Einblick in die Welt der Unternehmensberatung zu gewähren? Diese Frage rief das Studenten Lab ins Leben.

Finja Niemann: „Als ich die E-Mail erhalten habe, war ich sofort total begeistert von der Idee und der Bereitschaft von twowayys etwas Neues ausprobieren zu wollen.“

Wir freuen uns sehr, dass diese Idee bei Joanna Ntumy, Finja Niemann, Fabian Enders und Oliver Barnjak auf solch großes Interesse gestoßen ist.

Wie arbeitet man zusammen, wenn man sich noch nie persönlich gesehen hat?

Über die gesamte Projektdauer von mehr als drei Monaten hinweg war es uns als Projektteam aus bekannten Gründen nicht möglich, ein physisches Treffen einzuberufen. Wie also sollten wir zusammenarbeiten und uns ganz nebenbei auch noch kennen lernen, ohne uns jemals persönlich zu treffen?

Die Plattformen waren mit MS Teams und Miro schnell gefunden. Dank der Booklets von nativDigital war das Einfinden in die neue digitale Umgebung für alle Projektmitglieder ein Leichtes. Danach konnten wir schnell die Inhalte in den Fokus stellen. Über unser Miro-Board haben wir gemeinsam oder in aufgeteilten Gruppen Aufgaben bearbeitet und dabei vor allem eines erreicht: Dynamik. Über kreativitätsfördernde Methoden, wie dem Brainwriting wurde unser Arbeiten in Miro interaktiv und aufgeweckt. Schaut euch zur Erklärung der analogen Umsetzung gerne unseren LinkedIn-Beitrag an. Mit zahlreichen Templates und Features eignete sich Miro als digitales Whiteboard hervorragend für die Umsetzung unserer Projektideen.

Besonders wenn man lediglich einmal wöchentlich zusammenkommen kann und das auch noch remote, kommt trotz aller Tools die eigene Fähigkeit der Empathie an ihre Grenzen. Es fällt schwer, mitzubekommen, wie es Personen geht und was sie bewegt. Uns fehlt die direkte Interaktion, das lockere Gespräch beim Kaffee. Wer geht angespannt ins Meeting, wer ist fokussiert und wer ist gelassen? Um uns neben inhaltlicher Arbeit also auch über unsere aktuelle Stimmung und über das auszutauschen, was uns derzeit bewegt, sind wir mit unterschiedlichen Methoden in die Arbeitssessions gestartet. Unseren Best Practice zum Check-In, das Mood Meter, wollen wir euch nicht vorenthalten. Ziel des Mood Meters ist es, zu Beginn des Workshops besser mit den Teilnehmern darüber sprechen zu können, mit welcher Stimmung sie in die Arbeitssession starten. Die Anwendung ist denkbar simpel.

Fabian Enders: „Als ‚Eisbrecher‘ sehr gelungen, da jeder Teilnehmer zu Wort kommt und so die erste mögliche Anspannung genommen wird.“

 

Woran wurde inhaltlich gearbeitet?

Nachdem der Rahmen der Zusammenarbeit aufgestellt wurde, galt es noch die wohl zentralste Frage zu beantworten: woran wollen und können wir überhaupt arbeiten? Da die freiwilligen Teilnehmer aufgrund von begrenzter Zeit nur bedingt in die internen Unternehmensprozesse involviert werden können, brauchte es ein Projekt, dass wir von innen steuern, aber von außen bearbeiten können. So haben wir uns im Studenten Lab das Ziel gesetzt, ein Upgrade der Marketing-Aktivitäten vorzunehmen. Besonders in Zeiten von Social Distancing war es uns wichtig, Nähe auf neue und andere Weise herzustellen. Eben nicht gänzlich distanziert sein, sondern über höhere Aktivität auf LinkedIn Präsenz und Aufmerksamkeit zeigen.

Bevor wir uns auf Lösungen stürzten, haben wir mögliche Probleme beleuchtet, zahlreiche Themengebiete eröffnet und Arbeitspakete geschnürt. Das Sammeln erster Impulse über Wettbewerbsvergleiche, Best of Other Industries, LinkedIn-Impulse oder Brainwriting-Sessions setzte den Start für das Projekt. Schnell war klar, es braucht Tools zur langfristigen Planung, Koordination und Bearbeitung der Inhalte. Redaktionsplan, Ideenspeicher und Hashtag-Pool waren hier die Antwort. Damit sollte die Arbeit allerdings noch längst nicht abgeschlossen sein: Personas wurden erstellt, ein Verständnis für im Hintergrund laufende Algorithmen aufgebaut und Hashtags gesammelt. Mit jeder Diskussion stieg die Anzahl an spannenden Aufgaben im Themenspeicher. Social Influencer, LinkedIn Gruppen, SEO-Optimierung. Die Breite und Tiefe an Möglichkeiten der Bearbeitung war und ist endlos. Allein der Kreativität des Projektteams obliegt die Länge dieser Liste.

Joanna Ntumy: „Das Thema hört sich zunächst selbsterklärend und simpel an, jedoch fiel bei genauerer Betrachtung auf, wie viele mögliche Richtungen es eigentlich gibt. Je mehr Recherche betrieben wurde, umso mehr ist aufgefallen, dass es im Grunde gar kein Ende gibt.“

 

Mehr als nur ein Projekt

Nach nun drei Monaten halten wir inne. Inspirierende Impulse wurden gesetzt und tolle Ergebnisse geschaffen. Letztlich ist es spannend mit zu erleben, wie aus einem Impuls ein Projekt entsteht, das die involvierten Menschen begeistert und handfeste Ergebnisse erzielt, die erneut inspirieren. Über eine von anfänglicher Skepsis getriebene Diskussion wurde eine abstrakte Idee für ein Format geformt. Auch wir hatten nur eine grobe Vorstellung davon, wo uns dieses Projekt hintreiben sollte, doch zu sehen, wie diese Ungewissheit in kürzester Zeit durchbrochen wird von aufhellender Klarheit war großartig.

Da bleibt zu guter Letzt noch die Frage offen, ob wir so ein Projekt nochmal starten würden?

Oliver Barnjak: „1000%ig. Ein ungezwungenes Projekt, das viel Spaß beschert und bei dem prinzipiell nicht viel schief gehen kann.“

Und was darf nicht fehlen?

Finja Niemann: Natürlich der digitale Bar Talk, der fast so gut war, wie ein face to face Bar Talk!

In diesem Sinne: Danke und Cheers!